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Wie wirksam ist Schulpsychologische Beratung und wann?

„Das Wichtigste ist, dass man nie aufhört, Fragen zu stellen.“  Albert Einstein

Als Mitglieder im Thematischen Arbeitskreis „Qualitätsmanagement in der Schulpsychologischen Beratung“ fragen wir uns, woran wir erkennen können, wie wirksam unsere Arbeit ist. Und wir fragen uns, wo bzw. wann wir am wirksamsten sind. Diese Seite informiert über Antworten, die wir gemeinsam mit Wissenschaftler*innen der Friedrich-Schiller-Universität Jena gefunden haben. 

 

Professionelle Neugier und kontinuierliches Lernen

Um die Qualität und Aktualität unserer Arbeit grundsätzlich auf einem hohen Niveau zu halten, legen wir Wert auf fachlichen Austausch im Team und mit anderen Kolleg*innen und Kooperationspartner*innen, wir recherchieren aktuelle Fachliteratur und überlegen, wie wir deren Inhalte in unsere Angebote integrieren können.

Auch wenn oftmals kaum Zeit bleibt, sind wir an guten eigenen Fortbildungen interessiert und alle Teammitglieder verfügen über unterschiedlichste beraterische Zusatzqualifikationen, z.B. als Erlebnispädagog*innen, Mediator*innen, systemische Berater*innen, Fachpsycholog*innen für Notfallpsychologie, Coaches und Supervisor*innen.    

 

Dokumentation und Reflexion

Wir beobachten über das Schuljahr hinweg das Anfrageverhalten unserer Klient*innen, sind gemäß unserer Geschäftsordnung zur Dokumentation unserer Arbeit verpflichtet und fassen das wichtigste in Schuljahresberichten zusammen. Diese sind auf Wunsch gern einsehbar. 

In regelmäßigen Treffen von Fachkolleg*innen zur Intervision und Supervision reflektieren wir zudem unter Wahrung der Schweigepflicht unsere beraterische Arbeit und wirksame Interventionen.

 

Evaluation

In unseren Beratungen mit Klient*innen legen wir Wert auf ausführliche Auftragsklärungen und fragen während und am Ende von Beratungsprozessen danach, was sich verändert hat und was hilfreich war. Doch natürlich ist dies subjektiv geprägt von dem gemeinsamen Arbeitsprozess und bringt uns kein Bild über unseren gesamten Zuständigkeitsbereich. Aus diesem Grund und da sogar bundesweit Studien zur Qualität schulpsychologischer Arbeit fehlen, freuen wir uns sehr über die intensive Kooperation mit Prof. Dr. Trimpop, Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie, und Prof. Dr. Noack, Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena. Hier entstanden in den letzten Jahren mehrere wissenschaftliche Studien zur Qualität unserer Arbeit mit dem Ziel der kontinuierlichen Reflexion und Verbesserung unseres Angebotes.

 

Wissenschaftliche Studien

Da bisher sogar fachwissenschaftliche Kriterien zur Qualitätsmessung Schulpsychologischer Beratung fehlten, wurden diese im Rahmen der ersten Studie auf der Basis von Fachliteratur, Expert*inneninterviews und einer umfassenden Delphi-Studie entwickelt:

  • Ptak, A. (2016). Die Entwicklung von Qualitätskriterien schulpsychologischer Arbeit am Beispiel des Schulpsychologischen Dienstes am Staatlichen Schulamt Ostthüringen. Eine Delphi-Studie. Jena: Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Mit Hilfe dieser wissenschaftlich erarbeiteten Kriterien ist es nun möglich, die Zielgruppen und die Klient*innen Schulpsychologischer Beratung standardisiert zu befragen. Hierfür mussten jedoch passende Messinstrumente entwickelt werden. In einer Pilotstudie an Schulen der Stadt Jena wurden hierzu Interviews mit Pädagog*innen und Führungskräften durchgeführt:

  • Wurst, J. & Grünewald, S. (2019). Evaluation der Arbeitsqualität des Schulpsychologischen Dienstes Ostthüringen in der Gebietskörperschaft Jena. Eine qualitative Interview-Studie. Unveröffentlichte Projektarbeit. Jena: Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Anschließend konnten in einer umfassenden Befragung, die alle Staatlichen Schulen des Amtsbereichs umfasste, in einem ersten Schritt die Einschätzungen von Schulleitungen und Pädagog*innen zur Zufriedenheit mit unserer Arbeit und zur Inanspruchnahme unserer Angebote erfasst werden. Hier entstanden mit jeweils unterschiedlichem Fokus gleich zwei Studien:

  • Grünewald, S. B. (2020). Schulpsychologische Arbeitsqualität aus Klientenperspektive. Einflussfaktoren auf Klientenzufriedenheit und Intensität der Inanspruchnahme von Angeboten des Schulpsychologischen Dienstes Ostthüringen. Jena: Friedrich-Schiller-Universität Jena.
  • Wurst, J. E. (2021). Eine Evaluation der Klientenzufriedenheit mit der schulpsychologischen Beratung am Staatlichen Schulamt Ostthüringen: Unterschiede und Übereinstimmung in den Bewertungen aus Sicht von Schulleitern und Lehrkräften. Jena: Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Anhand dieser Ergebnisse können wir stolz auf unsere bisherige Arbeit sein, da die Zufriedenheitswerte der Befragten durchweg positiv ausfielen. Viele Aspekte unserer Arbeit, vor allem die direkte Beratung vor Ort an den Schulen und die eingeschätzte fachliche und menschliche Kompetenz der Berater*innen wurden von den Befragten sehr geschätzt.

Gleichzeitig gab es durchaus einige Empfehlungen und Ableitungen der Wissenschaftlerinnen für unsere weitere Arbeit. Beispielsweise intensivierten wir unsere Öffentlichkeitsarbeit und die Transparenz unserer Angebote durch unseren überarbeiteten Internetauftritt, unseren monatlichen Newsletter an alle Schulen und auch unseren Podcast „Redelust und Schweigepflicht“. Zudem informieren wir zu Schulpsychologischer Arbeit vermehrt schon die Gruppe der Lehramtsstudent*innen an der FSU Jena und bieten Supervision und Coaching für Referendar*innen des Studienseminars Gera an. Ziel ist, frühzeitig Beratungsangebote erlebbar zu machen und langfristig somit auch reflexive Schulkulturen zu fördern.

 

Direktes Feedback durch Sorgeberechtigte, Schüler*innen und Pädagog*innen

Um ein noch umfassenderes Bild über die Wirksamkeit unserer Arbeit zu erhalten und unsere Beratungsqualität zu prüfen, wird aktuell anhand der o.g. Qualitätskriterien in einer weiteren Studie erarbeitet, wie wir ein Feedback aller Klient*innengruppen, d.h. auch Sorgeberechtigte und Schüler*innen, erhalten können:

  • Reimers, M. (2021). Konstruktion und Evaluierung eines Messinstruments für Prozess- und Ergebnisqualität schulpsychologischer Einzelfallberatung in Ostthüringen. In Druck. Jena: Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Ziel ist es nun, ein Messinstrument zu erhalten, das es uns ermöglicht, gemeinsam mit unseren Klient*innen beratungsbezogen die Qualität der Beratung zu evaluieren. Wir bleiben also auf dem Weg mit unserer Leitfrage „Was macht unsere Arbeit besser?“ und sind gespannt auf die nächsten Schritte und Erkenntnisse.

 

An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei Prof. Dr. Noack und Prof. Dr. Trimpop und allen beteiligten Wissenschaftlerinnen. Ganz besonderer Dank gilt den Befragten innerhalb der Studien, die sich Zeit für die Rückmeldungen genommen und offen auch kritische Aspekte angemerkt haben. Natürlich gilt der Dank auch den Mitarbeitenden im Team des Schulpsychologischen Dienstes Ostthüringen selbst, die sich selbst bei kritischen Rückmeldungen lösungsorientiert der Reflexion stellen. 

Die aufgeführten Studien sind auf Anfrage sowohl im Staatlichen Schulamt Ostthüringen als auch an der FSU Jena einsehbar. Ein detaillierter Blick in gute fachliche Arbeiten lohnt sich.

Sie sehen ein Flipchart mit dem Dreieck aus Wissen, Können und Haltung eingebettet in einen Reflexionskreis.
Flipchart: V. M.-O.

Ansprechpartnerin im Staatlichen Schulamt

Dr. Viktoria Munk-Oppenhäuser

Referatsleiterin "Schulentwicklung, Lehrerbildung, Schulpsychologischer Dienst"

Tel.: 0365 548 54650
E-Mail: viktoria.munk-oppenhaeuser@schulamt.thueringen.de

 

Kooperationspartner

Prof. Dr. Peter Noack

Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie

Friedrich-Schiller-Universität Jena

Homepage: 

https://www.paed-psych.uni-jena.de/

 

Prof. Dr. Rüdiger Trimpop

Lehrstuhl für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie

Friedrich-Schiller-Universität Jena

Homepage: 

https://www.abopsych.uni-jena.de/ 

 

Unzufrieden mit unserer Beratung?

„Konflikte zeigen, was den Menschen wichtig ist.“ 

Eine Beschwerde ist Ausdruck dafür, dass jemand sich selbst und sein Gegenüber ernst nimmt. Mit einer Beschwerde suchen Menschen den Dialog. Für diesen Dialog ist es wichtig, sich und sein Gegenüber im eigenen subjektiven Unbehagen und Unrechtsempfinden anzunehmen. Wir verstehen uns als lernende Organisationseinheit auf dem Weg der fortlaufenden Weiterentwicklung von Beratungsprozessen und sind bemüht um einen konstruktiven Umgang mit Beschwerden.

In der Beratung unbearbeitete Bedarfe, offene Fragen und Irritationen im Beratungsprozess sollten stets in einem ersten Schritt konstruktiv und konkret direkt mit dem Berater angesprochen werden.

Fehlt diese Vertrauensebene oder hat der Ratsuchende den Eindruck, dass sich der Mitarbeitende eindeutig nicht „richtig“ verhält, ist eine offizielle Beschwerde bei der Referatsleiterin möglich. Besteht eine Unsicherheit, ob ein Grund für eine Beschwerde vorliegt oder die Frage, welche Aufgaben, Grundsätze und Rahmenbedingungen den Tätigkeiten der Mitarbeiter zugrunde liegen, kann man ebenfalls informativ mit der Referatsleitung Kontakt aufnehmen.

Der Inhalt von Beschwerden kann sich beziehen auf

  • den Beratungsprozess,
  • das Verhalten einer Beraterin/ eines Beraters,
  • das Verhalten anderer Mitarbeitender (Koordinatoren, Sachbearbeitende),
  • das Verhalten der Leitung,
  • Strukturen innerhalb des Referates,
  • interne Abläufe und Prozesse,
  • Sonstiges.

Eine offizielle Beschwerde bedarf eines namentlichen Absenders, damit sie gemäß dem vorgesehenen Verfahren bearbeitet werden kann und sollte in der Regel persönlich und schriftlich an die Referatsleitung gerichtet werden. Aus Datenschutzgründen sollte von E-Mails mit personenbezogenen Daten abgesehen werden. Wichtig bleibt: Nicht jede Unzufriedenheit und nicht jeder kurzfristige Ärger erfordert eine Beschwerde, sondern lässt sich oftmals informell im direkten Dialog und zur Zufriedenheit aller Beteiligten lösen. Anonyme Beschwerden werden lediglich zur Kenntnis genommen, in der Regel aber nicht weitergehend bearbeitet. Sofern sich eine anonyme Beschwerde auf eine/n konkrete/n Mitarbeitende/n bezieht, wird die Beschwerde mit ihr/ihm besprochen im Hinblick darauf, ob sie einen realen Gehalt hat.

Die Beschwerdeführenden werden gebeten, für Rückfragen zur Verfügung zu stehen. Die Referatsleitung bezieht anschließend Rücksprache mit der/dem Mitarbeitenden, über die/den die Beschwerde geführt wird. In der Regel gibt diese/r eine eigene schriftliche Stellungnahme ab. Wichtig: Für psychologische Berater/innen, über die sich Klient*innen beschweren, muss die Referatsleitung für diese Stellungnahme ggf. eine Entbindung von der Schweigepflicht einholen.

 

Ansprechpartnerin für den Zuständigkeitsbereich des Referates "Schulentwicklung, Lehrerbildung, Schulpsychologischer Dienst"

Dr. Viktoria Munk-Oppenhäuser

Referatsleiterin "Schulentwicklung, Lehrerbildung, Schulpsychologischer Dienst"

Tel.: 0365 548 54650
E-Mail: viktoria.munk-oppenhaeuser@schulamt.thueringen.de

 

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