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Newsletter Schulpsychologie und Schulentwicklung: Oktober 2021


Erstellt von Staatliches Schulamt Ostthüringen

Der Regenbogen am Horizont oder Aufklärungsstunde für Pädagog:innen: Statistisch gesehen zählen sich 7-10% Ihrer Schüler:innen zur LSBTTIQ*-Community. Das Anerkennen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ist eine wichtige Aufgabe in jeder Schule an jedem Tag. Lesbische, schwule, bisexuelle, transgeschlechtliche und intergeschlechtliche Lebensweisen sollten selbstverständlicher Bestandteil des Schullebens und des Unterrichts sein. Aus unseren Beratungen wissen wir, dass dies noch ein weiter Weg ist. Dieser Newsletter erhöht also Ihre Regenbogenkompetenz ganz nach unserem Motto: Vielfalt ist ein Schatz!

Sie sehen verschiedene Besteckteile, darunter einen regenbogenfarbenen Göffel.
M. t.V.

Glossar 

Wir beginnen wie in der klassischen Stundenvorbereitung mit der sehr empfehlenswerten Begriffsklärung des Lesben- und Schwulenverbands Deutschland mit den wichtigsten LSBTTIQ*- Begriffen, bei denen auch wir bei jedem Lesen dazulernen:
https://www.lsvd.de/de/ct/3385-was-bedeutet-lsbti-glossar-der-sexuellen-und-geschlechtlichen-vielfalt

Aufklärung

Wichtig ist uns nun die Klarstellung einiger Mythen, Vorurteile und „spinnerter Ideen“:  

  • Wissenschaftlich belegt ist: Die sexuelle Ausrichtung jedes Menschen steht sehr frühzeitig fest, lange vor der Pubertät. 
  • Klar ist auch: Ob wir homo-, bi- oder heterosexuell sind, liegt außerhalb unseres Einflusses und unseres Willens. Verhindern oder verändern lässt sich da nichts. Niemand „ist schuld“, es geht nicht weg, es kehrt sich nicht um, wenn der/ die Richtige kommt und es ist keinesfalls ein Anzeichen einer Erkrankung oder lässt sich „heilen“.
  • In allen Regionen der Welt und allen aufgezeichneten Zeitaltern gab es bereits Hetero- und Homosexualität. Und die bitterste Wahrheit ist: In über 70 Ländern weltweit ist Homosexualität bis heute verboten, wird mit Gefängnis oder sogar der Todesstrafe geahndet: https://www.lsvd.de/de/ct/1245-LGBT-Rechte-weltweit-Wo-droht-Todesstrafe-oder-Gefaengnis-fuer-Homosexualitaet

Soziale Medien, Freundeskreis und Familie können die sexuelle und geschlechtliche Orientierung nicht verändern. Das Beste, was Sie tun können, ist einen offenen und aufgeklärten sowie respektvollen Umgang miteinander zu vermitteln, um psychische und physische Gesundheit zu fördern. Das Suizidrisiko von Lesben und Schwulen zwischen 12 und 25 Jahren ist laut internationaler Studien vier- bis siebenmal höher, als das von Jugendlichen im Allgemeinen. Über die Hälfte queerer Jugendlicher erlebt üble Nachrede und Mobbing, öffentliche Beschimpfung, Witze und Verachtung, nach eigener Aussage oft ohne angemessene Reaktion der Lehrkräfte oder mit deren Beteiligung.
https://www.coming-out-day.de/informationen/fakten.html 


Wie Sie vielfältige Lebensweisen in der Schule unterstützen können, beschreibt das Broschürenquartett der Berliner Fachstelle Queere Bildung:

  1. Checkliste: Wie weit ist Ihre Schule? https://www.queerformat.de/wp-content/uploads/mat_Broschuerenquartett_01_15.pdf 
  2. Konkrete Handlungsoptionen für Ihre Schule https://www.queerformat.de/wp-content/uploads/mat_Broschuerenquartett_02_15.pdf 
  3. Was tun bei Beschimpfungen https://www.queerformat.de/wp-content/uploads/mat_Broschuerenquartett_03_15.pdf 
  4. Ein Leitfaden für die Beratung https://www.queerformat.de/wp-content/uploads/191211_QF_Infobroschuere04_4_Vs01_F1.pdf 

Trans*-Personen - ein kleiner Exkurs

Trans* Personen identifizieren sich teilweise, nicht oder nicht immer mit dem bei ihrer Geburt zugewiesenen Geschlecht. Sie brauchen viel Mut und Kraft, wenn sie sich entscheiden, in ihrem Identitätsgeschlecht zu leben und dafür etwa den juristischen und/ oder medizinischen Weg gehen. Sie sind oft noch häufiger als homosexuelle Menschen Ziel schwerer Anfeindungen. Zusätzlich erleben sie nahezu täglich diskriminierende Situationen z.B. durch Sätze wie „Wie ist Dein echter Name?“ oder „XY war früher ein Mädchen/ ein Junge“.
Auch hier kann Schule ganz einfach helfen: Sprechen Sie die Jugendlichen im Alltag mit dem Namen an, der bereits ihrem empfundenen Geschlecht entspricht. Fragen Sie, ob und welches Pronomen erwünscht ist. Finden Sie einfache Lösungen für scheinbar schwierige Situationen, wie z.B. die Toilettennutzung (ein WC für alle), das Umkleiden beim Sport und den Nachweis sportlicher Leistungen (Akzeptanz ärztlicher Atteste und Ersatzaufgaben). Weiterführende Tipps und Hinweise zur Namensführung in schulischen Dokumenten, zu Klassenfahrten, etc. finden Sie in der wunderbaren Broschüre „Trans* und Schule“: ​ https://www.schlau.nrw/wp-content/uploads/2020/01/TransUndSchule_Brosch_2020_web.pdf  

Den gesamten Newsletter mit zahlreichen weiteren, empfehlenswerten Links finden Sie hier: 

Newsletter Nr. 17 Oktober 2021

 

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