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Migration, Integration und DaZ

​​In Thüringen finden viele Menschen, die aus dem Ausland zugezogen sind, eine neue Heimat. Darunter sind auch Kinder und Jugendliche, für die ggf. in Thüringen eine Schulpflicht besteht. Ziel des Schulbesuchs ist es, die Schule mit einem bestmöglichen erfolgreichen Schulabschluss zu verlassen und eine gute Berufsausbildung zu erhalten.

Zur Erreichung dieses Ziels sind Anstrengungen sowohl von den Menschen aus Zuwandererfamilien als auch von der Schule, dem Umfeld, den Unterstützer*innen u.v.m. notwendig. Integration bedarf eines hohen Maßes an Bereitschaft, an Zeit, an gegenseitigem Respekt und Offenheit aller an Erziehung und Bildung Beteiligten. Wichtig ist dabei immer eine förderliche und (auf beiden Seiten) verständnisvolle Zusammenarbeit von Schule und Eltern, denn die Schüler*innen nichtdeutscher Herkunftssprache brauchen für den Unterrichtsbesuch und beim Erlernen der deutschen Sprache oftmals besondere Förderung.

Aufgaben der Koordinierung im Schulamt

  • Beratung von Eltern, Betreuer*innen, Schulleiter*innen zu Fragen der Vorgehensweise zwecks Anmeldung und Aufnahme schulpflichtiger Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
  • Datenerfassung zum Zweck der Schulpflichtumsetzung von Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache (bedeutet entweder keine deutsche Staatsbürgerschaft oder keine Deutschkenntnisse oder keine deutsche Familiensprache)
  • Zuweisungsverfahren für Gebietskörperschaften mit Schulbezirken
  • Unterstützung und Beratung beim Finden der geeigneten Schullaufbahn(en)
  • Organisation der Sprachförderung, u.a. für die Intensivsprachklassen der Sprachförderstandorte bei dringendem Sprachförderbedarf ab Klasse 5
  • Begleitung und Unterstützung der DaZ-Lehrkräfte
  • Verwaltung und Ausleihe von DaZ-Materialien

Schulpflicht und Anmeldung an der Schule

Wer in Thüringen seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat oder in einem Ausbildungsverhältnis oder einem Arbeitsverhältnis steht, unterliegt nach §17 Thüringer Schulgesetz (ThürSchulG) der Schulpflicht. Schulpflichtig ist auch, wem auf Grund eines Asylantrags der Aufenthalt in Thüringen gestattet ist oder wer hier geduldet wird, unabhängig davon, ob er selbst diese Voraussetzungen erfüllt oder nur ein Elternteil. 

Die Schulpflicht beginnt drei Monate nach dem Zuzug aus dem Ausland.

Grundsätzlich gilt in Thüringen eine zehnjährige Vollzeitschulpflicht, an die sich ggf. eine Berufsschulpflicht anschließt.
Können aus dem Ausland zugezogene Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren einen zehnjährigen Schulbesuch nachweisen, sind sie gem. § 19 Abs. 1 ThürSchulG nicht mehr schulpflichtig.

Sollten schulpflichtige Kinder und Jugendliche zu Ihrem Haushalt gehören, nehmen Sie im Zeitraum von 3 Monaten nach dem Zuzug aus dem Ausland mit einer nahegelegenen Schule direkt Kontakt auf, damit die persönlichen Daten der Schulpflichtigen aufgenommen werden können. Sie erhalten im Anschluss von der aufnehmenden Schule beziehungsweise dem zuständigen Staatlichen Schulamt Informationen zum Schulbesuch Ihres schulpflichtigen Kindes.

  • Nehmen Sie Kontakt mit  einee nahe gelegenen Schule auf und stellen Sie Ihr Kind/ Ihre Kinder dort vor. Nutzen Sie dabei auch Unterstützungsangebote von Betreuern sozialer Dienste oder ehrenamtlichen Helfern!
  • Beachten Sie unbedingt von Terminabsprachen mit der Schule und bringen Sie folgende Unterlagen mit: übersetzte Zeugnisse, die aktuelle Meldebescheinigung, Impfnachweis(e), Signalisieren Sie gegebenenfalls die Notwendigkeit einer Sprachmittler*in!

In welche Klassenstufe Schüler*innen nach der Aufnahme eingestuft werden, entscheidet die Schulleitung. Gemäß § 17 Abs. 4 Satz 2 ThürSchulG gilt derjenige Teil der Schulpflicht als erfüllt, der dem durch die Einstufung bestimmten Zeitpunkt regelmäßig vorausgeht.

Für die Umsetzung der mit dem Schuljahr 2020/2021 in Kraft tretenden Änderungen des Thüringer Schulgesetzes wurden Ausführungsbestimmungen (TMBJS) erarbeitet.

Fünf jubelnde Kinder mit bunten T-Shirts
Foto: Bildagentur PantherMedia | anatols

Erreichbarkeit

Bernd Kittlaus
Referatsleiter
Telefon +49 36074 37561
E-Mail​​​​​​​

Petra Wagner
Koordinatorin für die Beschulung von Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache
Telefon +49 36074 37584
E-Mail

Erfassungsbogen zur Aufnahme von schulpflichtigen Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund

Einstufungsentscheidung (ANLAGE 1 zu den Ausführungsbestimmungen für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zum Verfahren der Einstufung gemäß § 17 Abs. 4 ThürSchulG)   

Entscheidung für einen Bildungsgang in der berufsbildenden Schule (ANLAGE 4 zu den Ausführungsbestimmungen zur Schulpflicht von jugendlichen Migrantinnen und Migranten bis 18 Jahre gem. § 19 Abs. 1 ThürSchulG)

Sprachförderung in Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

Dem Unterricht in „Deutsch als Zweitsprache“ kommt für Schüler*innen nichtdeutscher Herkunftssprache eine grundlegende Bedeutung für ihre Kompetenzentwicklung auf dem Weg zum Erwerb eines Schulabschlusses zu. Die Beherrschung der deutschen Sprache fördert die Integration in den Schulalltag, die Teilhabe am privaten und gesellschaftlichen Leben und die Qualifizierung für Ausbildung und Beruf. Ziel der Beschulung und Förderung von mehrsprachigen Kindern und Jugendlichen ist es deshalb, im Laufe der Schulzeit Kompetenzen im Bereich der deutschen Sprache zu entwickeln, die mit denen der Schüler*innen deutscher Herkunftssprache vergleichbar sind.

Für Schüler*innen mit Förderbedarf in Deutsch als Zweitsprache werden an den Schulen aller Schularten entsprechende Einzel- oder Gruppenangebote vor Ort in Verantwortung der Schule unter Berücksichtigung der personellen Voraussetzungen unterbreitet. Grundsätzlich tragen aber für die Entwicklung der sprachlichen Kompetenzen alle Unterrichtsfächer gemeinsam die Verantwortung.

Insbesondere für die Erstsprachförderung stehen darüber hinaus im Schulamtsbereich Nordthüringen seit 2015 Standorte mit Intensivsprachklassen bereit:

Landkreis Eichsfeld

Staatliche Regelschule "Johann Carl Fuhlrott" Leinefelde
Planckstraße 9
37327 Leinefelde-Worbis
Maximale Kapazität: 2 Intensivsprachklassen mit jeweils 15 Schüler*innen

Schulteil zur Intensivsprachförderung Deutsch als Zweitsprache
Aegidienstraße 19
37308 Heilbad Heiligenstadt
der Lorenz-Kellner-Schule Heiligenstadt Staatliche Regelschule
Lindenallee 23
37308 Heilbad Heiligenstadt
Maximale Kapazität: 5 Intensivsprachklassen mit jeweils 15 Schüler*innen

Landkreis Kyffhäuser

Staatliche Regelschule "Johann Karl Wezel" Östertal
Segelteichstraße 36
99706 Sondershausen
Maximale Kapazität: 1 Intensivsprachklasse mit 15 Schüler*innen

Stadt und Landkreis Nordhausen

Petersbergschule Nordhausen, Staatliche Regelschule, Oberschule
Petersberg 2
99734 Nordhausen
Maximale Kapazität: 2 Intensivsprachklassen mit jeweils 15 Schüler*innen

Landkreis Unstrut-Hainich

Schulteil zur Intensivsprachförderung Deutsch als Zweitsprache
Feldstraße 83/ 84
99974 Mühlhausen
der Staatlichen Regelschule "Thomas Müntzer" Mühlhausen
Karl-Marx-Straße 35
99974 Mühlhausen
Maximale Kapazität: 2 Intensivsprachklassen mit jeweils 15 Schüler*innen

Schulkinder mit Rucksäcken auf einem Flur
Foto: Bildagentur PantherMedia | Artur Verkhovetskiy

Der Unterricht in Deutsch als Zweitsprache erfolgt nach einem Lehrplan:

Lehrplan Deutsch als Zweitsprache für allgemein bildende Schulen, Sekundarstufe I (2020)

Kompetenzanalyseverfahren 2P I Potenzial und Perspektive

Der Einsatz des Kompetenzanalyseverfahrens 2P I Potenzial und Perspektive wurde seit 2020 in Thüringen ermöglicht und dient dazu, das persönliche Potenzial von (neu) zugewanderten Schüler*innen im Alter zwischen 10 und 20 Jahren ohne oder mit nur geringen Deutschkenntnissen und ggf. weiterer Schülergruppen zu erfassen, um vorhandene Stärken und Begabungen zu erkennen und erforderliche individuelle Fördermaßnahmen ab- und einzuleiten.

2P ist ein onlinebasiertes standardisiertes Verfahren zur Kompetenzfeststellung in verschiedenen Bereichen (Deutsch, Englisch, Mathematik, kognitive Basiskompetenz, methodische Kompetenz, berufliche Kompetenz, Bildungsbiografie).

Zugang zur Plattform erhalten weiterführende allgemein bildende und berufsbildende Schulen in Thüringen nach der Teilnahme an einer Schulung zum Analyseverfahren, die regional umgesetzt wird. Eine Interessensbekundung für die Teilnahme an der Schulung kann im Staatlichen Schulamt Nordthüringen abgegeben werden.

Einführungsveranstaltungen

Im Schulamtsbereich Nordthüringen werden nach Erprobung eines videogestützten Fortbildungsformates zur Einführung der Onlineanwendung 2P terminlich zwei identische Veranstaltungsreihen angeboten (jeweils zwei Veranstaltungen von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr). Nach Anmeldung an der jeweils ersten Veranstaltung erhalten die Teilnehmer*innen im Vorfeld eine Hausaufgabe zur Vorbereitung, die Einwahldaten für die Videokonferenz sowie technische Hinweise zur 2P-Nutzung.

In der jeweiligen Veranstaltung wechseln dann Erklärungssequenzen mit Übungsteilen. Am Ende des ersten Teils werden wieder entsprechende Übungsaufträge für die zweite Veranstaltung verteilt. Nach der erfolgreichen Teilnahme erhalten interessierte Schulen die Zugangsdaten für die Anwendung 2P.

Angebot 1:
Teil 1: 11.05.2021, 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr, Veranstaltungsnummer: 39N480301, Anmeldung
Teil 2: 18.05.2021, 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr, Veranstaltungsnummer: 39N480302 (keine erneute Anmeldung notwendig)

Angebot 2:
Teil 1: 25.05.2021, 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr, Veranstaltungsnummer: 39N480401, Anmeldung
Teil 2: 01.06.2021, 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr, Veranstaltungsnummer: 39N480402 (keine erneute Anmeldung notwendig)

Logo zu 2P Potenzial und Perspektive

Erreichbarkeit

Bei Fragen oder Interesse für eine Nutzung in der Schule:

Bernd Kittlaus
Referatsleiter
Telefon +49 36074 37561
E-Mail

Materialien zur Sprachförderung

Über das Staatliche Schulamt Nordthüringen können für die Unterstützung der Sprachförderung in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) von Schulen einzelne Materialien ausgeliehen werden. Den jeweils aktuellen Bestand und die Nutzungsdauer erfragen Sie bitte bei der zuständigen Koordinatorin für die Beschulung von Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache.

Notwendige Schulbücher, Wörterbücher und andere Lehrbücher zur Sprachförderung (Schulbuchkatalog) können nur durch die Schule im Rahmen der Lernmittelfreiheit beschafft werden.

Begrifflichkeiten aus Schulanmeldungsformularen

Mazedonisch |

Einladungsschreiben zum Elternabend

Deutsch | Englisch | Mazedonisch | Russisch | Spanisch | Türkisch |

Übersetzungen Einladung zur Eltern-Lehrer-Sprechstunde

Deutsch | Englisch | Mazedonisch | Russisch | Spanisch | Türkisch |

Übersetzungen "Thüringer Schulsystem in den verschiedenen Sprachen"

Deutsch | Mazedonisch |

Schullaufbahnen in Thüringen

Einfach und schnell erklärt: Das Schulsystem in Thüringen:
Deutsch | Englisch | Arabisch | Persisch | Polnisch | Rumänisch | Russisch | Französisch

TMBJS: Weitere Formulare für den Schulalltag

Symbolbild Bildung

Erreichbarkeit

Petra Wagner
Koordinatorin für die Beschulung von Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache
Telefon +49 36074 37584
E-Mail

Weitere Dokumente für den Schulalltag in verschiedenen Sprachen (TMBJS/ Deutsch, Englisch, Arabisch, Persisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Französisch)

Das Schulamt Nordthüringen in den sozialen Netzwerken: